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Perchtenlaufen – ein steirischer Brauch
Frau Perchta ist (ja nur) eine sagenhafte und gespenstische Gestalt unseres Steirerlandes, doch gibt es bei uns auch wirkliche und leibhaftige „Perchten“, die in der Dreikönigsnacht und auch am Vortag in den entlegenen Tälern und in den Dorfstraßen des oberen Murtales lärmende Umzüge veranstalten.
Die Zeit der zwölf Rauchnächte ist ohnehin voller Geheimnisse und voll von Geisterspuk aller Art, daher ist es weiter nicht verwunderlich, wenn sich die Burschen in den Gebirgsdörfern als Perchten verkleiden und so umherziehen. Es gibt „schöne“ und „schiache“ Perchten, so benannt nach der Art ihrer Vermummung. Die schönen Perchten sind „sittsame“ und harmlose Gestalten, die sich meist nur bei Tag herumtreiben und keine Furcht erregen. Die schiachen Perchten dagegen sind wahre und unheimliche Schreckgestalten für die Dorfjugend und für die Mädchen und Frauen der betreffenden Gegend.
Sehr beliebt sind die zumeist aus Holz geschnitzten, gräulich bemalten, mit langen Hörnern, heraushängenden roten Zungen und abstehenden Ohren versehenen Teufels- und Tiermasken. Der Körper wird zumeist mit zottigen Tierfellen bekleidet, ein langer Kuhschwanz darf auch nicht fehlen und große Schellen, Glocken und sonstige Lärminstrumente vervollständigen die Ausrüstung.
Mit Ruten oder langen Stöcken „bewaffnet“, laufen und springen diese fürchterlichen Gestalten mit Gejohle lärmend durch die Straßen und Dörfer und treiben allerlei Unfug und Schabernack.
Wo sich ein weibliches Wesen blicken lässt, wird es gewiss schreiend verfolgt, und wehe, wenn es den zottigen Gesellen in die Hände fällt oder gar von ihnen umringt wird!
An geeigneten Plätzen, gewöhnlich vor einem Wirtshaus, wird Halt gemacht und dann zu den Klängen der Dorfmusik ein wilder Reigentanz aufgeführt.
Sobald es dunkel wird, werden Fackeln entzündet, und der lärmende Umzug dauert gewiss bis in die späte Nacht hinein. Es ist ein geradezu schauerlich gruseliger Anblick, wenn die wilden Gesellen bei rotem Feuerschein johlend und springend durchs Dorf ziehen und da oder dort einen gräulichen Feuerreigen – einem wüsten Höllentanz gleichend – aufführen.
Ein lustiges Gelage mit allerlei Schabernack beschließt dann das eigenartige, volkstümlich bodenständige Perchtenlaufen.
Dieses geht auf uraltes germanisches Brauchtum zurück. Unsere Vorfahren wollten durch lärmende Umzüge die verschiedenen Winterunholde, besonders die Frostriesen, aus dem Lande treiben. Natürlich wollten die „Vertreiber“ nicht erkannt werden, daher vermummten sie sich.
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